Unabdingbar: Regionale Energie erzeugen und nutzen

Im vergangenen Jahr wurde viel über Forschung und Produktion diskutiert, woher Produkte stammen, wer sie liefert und wer sie bekommt. Medizin war allgegenwärtig, doch auch das Thema Energie lässt viele Fragen offen.

In Mitteleuropa, speziell auch in Österreich, wird ein Großteil der Energie importiert. Darüber hinaus besteht der größte Anteil dieser Energieträger aus fossilen Quellen. Der Wirtschaftsstandort muss damit klarkommen , dass wesentliche Geldflüsse ins Ausland gehen und über Jahre nicht am heimischen Markt verfügbar sind. Die Wettbewerbsfähigeit und die Zukuft vieler Branchen hängen von der Verfügbarkeit stabiler und langfristig günstig Energiesysteme ab.

Neben der Steigerung der Energieeffizienz und die Reduzierung der Energiemenge ist der Umstieg auf erneuerbare Energie das Gebot der Stunde. Langfristig sind Konzepte mit lokaler, regionaler Energiegewinnung, Umwandlung und Nutzung zu verfolgen.

Einige Lösungsansätze liegen fertig vor, die konsquente Umsetzung wird durch fehlendes Wissen und auch durch fehlenden Pioniergeist verhindert. Statt dessen werden vielfach Standardprojekte umgesetzt, die sich nicht oder lediglich um Nuancen von bereits abgehandelten Projekten unterscheiden. Damit werden Mittel verbraucht und fortschrittliche Umsetzungsprojekte ausgebremst.

Lokale und regionale Energiesysteme sind keine Utopien, Quartierlösungen und örtliche Energieversorung ist leistbar und möglich. Dies erfordert ein Abgehen von Standardlösungen. Das zukunftsfähige Energiesystem ist nicht das heutige Standardsystem, sondern das vorausschauend und in die Zukunft geplante.

Erneuerbaren-Ausbau Gesetz vor der Veröffentlichung

Das EAG ist nun fertig.

Hier der Link zur Pressemitteilung des Ministeriums: https://www.bmk.gv.at/service/presse/gewessler/20210311_eag.html

Zitate aus der Pressemitteilung:

Alle Menschen in Österreich können und sollen selbst aktiv werden: „Erneuerbare-Energiegemeinschaften“ ermöglichen es, lokal produzierte Erneuerbare Energie – zum Beispiel durch eine Photovoltaik-Anlage auf einem Dach in der Nachbarschaft – gemeinsam zu nutzen.

Die breiter gefassten „BürgerInnen-Energiegemeinschaften“ entstehen auf überregionaler Ebene, wenn sich mehrere Nutzerinnen und Nutzer zu einer virtuellen Gemeinschaft zusammenschließen. Eine Gruppe aus unterschiedlichsten Bundesländern kann in eine große neue Photovoltaik-Anlage investieren, die dort produzierte Energie gemeinsam nutzen und vom Verkauf überschüssiger Energie profitieren.

Verbesserungen für Private

Darüber hinaus bringt das EAG viele weitere Vorteile für Kundinnen und Kunden. Sie haben erstmals das Recht auf einen Netzanschluss zur Produktion Erneuerbarer Energie. Jede und jeder Einzelne darf so viel Strom in das Netz einspeisen, wie sie oder er produziert. Eine öffentlich zugängliche Datenbank sorgt zudem für mehr Transparenz beim Bezug von Fernwärme. Mit einem Open-Data-Ladestellenverzeichnis legt das EAG nicht zuletzt die Grundlage für transparente Tarife beim Laden von E-Autos.

Chancen für Industrie

Als eines der ersten Länder weltweit bietet Österreich auch eine äußerst ambitionierte Förderung für grünen Wasserstoff. Insgesamt 500 Millionen Euro bis 2030 helfen der heimischen Industrie, wettbewerbsfähig zu bleiben und nicht nur Arbeitsplätze abzusichern, sondern neue zu schaffen. Gefördert werden Elektrolyseanlagen, die fossile Energieträger ersetzen können – beispielsweise in der chemischen Industrie oder bei der Stahlerzeugung.